Grund der Rebveredlung?

Die Rebveredlung findet in erster Linie statt, um die Reblaus biologisch zu bekämpfen. Das geschieht mithilfe der reblausresistenten Amerikanerrrebe (Unterlage).

Im Jahre 1854 wurde die Reblaus in Amerika an Wildreben entdeckt und 1874 auch in Deutschland festgestellt. Sie breitete sich in Europa rasch aus und in kürzester Zeit waren viele Weinberge vernichtet. 
Der Schädling hat einen oberirdischen (Blattbefall) und unterirdischen Kreislauf (Wurzelbefall). Die Blattreblaus ist bei Europäerreben relativ harmlos, diese wirkt sich nur bei extrem starkem Befall auf das Wachstum aus. Den schlimmsten Schaden richten die Wurzelrebläuse an. Sie sitzen und saugen an den Wurzeln. Durch ihre Saugtätigkeit wird das Leitgewebe der Wurzeln geschädigt. Die befallenen Wurzelspitzen krümmen sich zu knotig verdickten, oft hakenartig gekrümmten Nodositäten. Entlang der jungen Wurzel finden sich durch den Einstich der Läuse warzenartige Schwellungen, die Tuberositäten. Bei starkem Befall wirkt die gesamte Wurzel verkrustet und verwachsen. Durch die Schädigungen der Wurzelleitbahnen wird die Wasser- und Nährstoffaufnahme gestört, das zum Absterben der Rebe führt.
Zur Bekämpfung werden widerstandsfähige amerikanische Unterlagen (Amerikanerreben) mit Edelreisern von traditionellen Sorten gepfropft. Denn Amerikanerreben sind nur gegen Blattrebläuse anfällig und die Europäerreben nur gegen Wurzelrebläuse. Somit wurden mit der Rebveredlung zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

 

Reblaus

Nodositäten

Lebenszyklus der Reblaus

Weitere Vorteile der Rebveredlung sind, dass veredelte Reben...

  • wüchsiger,
  • anpassungsfähiger
  • und widerstandsfähiger sind.

Aufgrund der Rebveredlung findet der Winzer für seine Böden, Lagen und persönlichen Ansprüche die optimale Kombination von Unterlage und Edelreiß. Deshalb ist die richtige Wahl der Rebsorte (inkl. Klon) und der Unterlagsrebe von großer Bedeutung.  

 

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