Weißer Burgunder (Pinot blanc)

Herkunft: Als Heimat der Pinotsorten wird das Gebiet zwischen Genfer See (Schweiz) und dem Rhônetal (Frankreich) vermutet.  Der Orden der Zisterzienser brachte den Pinot blanc im Mittelalter in den Rheingau, von hier verbreitete sie sich dann in ganz Europa. In Frankreich ist die Sorte im Jahre 1895 im Burgund beschrieben worden, von deutschen Ampelografen jedoch bereits im frühen 19. Jahrhundert.

Kreuzung: Der Pinot blanc entstand durch eine Mutation aus dem Pinot Noir (Ruländer), den es möglicherweise seit 2.000 Jahren gibt. Im Schweizer Kanton Wallis wird auch der Pinot blanc als traditionelle Rebsorte betrachtet.

Merkmale: Die Triebspitze ist offen. Sie ist stark weißlich hellgrün behaart. Die mittelgroßen dunkelgrünen Blätter sind meist ganz oder schwach dreilappig. Stielbucht ist V-förmig offen und die Stielbuchtader ist belappt. Das Blatt ist stumpf gezähnt. Die Zähne sind im Vergleich der Rebsorten mittelgroß. Die Blattoberfläche ist blasig derb.

Eigenschaften: Die Sorte liefert in guten Lagen und bei guter Reife Weine mit hoher Qualität mit guter Haltbarkeit. Der Austrieb ist spät, der Wuchs mittelstark und der Ertrag ist gut. Es besteht keine große Anfälligkeit gegenüber Peronospora, Roten Brenner, Oidium und Schwarzfleckenkrankheit. Weißer Burgunder ist teilweise anfällig für Chlorose und Botrytis und wird verstärkt vom Traubenwickler befallen.

Traube: Traube mittelgroß, nicht geschultert, dichtbeerig, walzenförmig. Beeren länglich bis rund, dünnhäutig, grüngelb.

Wein: Der Wein ist sehr gehaltvoll mit pikanter, an Äpfel erinnernder Säure und hat einen ausgeprägtem Sortencharakter, ist aber im Gesamteindruck eher neutral. Der Wein baut sich langsam aus und erreicht seine höchste Qualität als Altwein. Wegen des hohen Zuckergehaltes ihrer Trauben wird die Sorte häufig auch für die Herstellung von Prädikatsweinen verwendet.

Ansprüche an den Weinberg: Im Weingarten gibt es beim Anbau von Weißem Burgunder wenig Probleme. Die eigentliche Qualität der Sorte  muss aber über 80 Oechsle liegen, es kommen also nur gute und warme Lagen in Frage. Der Weiße Burgunder ist nicht für zu leichte und trockene Böden geeignet. Außerdem scheiden arme Sand- und Gesteinsböden aus, da der Wein seine Qualität auch vom Extrakt erhält.

 

 

Die verschiedenen Klone:

Beim Weißburgunder wird zwecks Botrytis-Stabilität nach lockeren Klonen gesucht. vielleicht gibt es schon kleine Erfolge. Zur Zeit am meisten nachgefragt ist der Klon N 81, er ist etwas lockerer als die anderen Klone und zeigt im Herbst eine gleichmäßigere Reife. Neues gibt es aus der Klonenzüchtung Weinbauinstitut Freiburg mit den Klonen FR 2101 und FR 2102, diese sind jedoch in den Anfängen und werden noch weiter geprüft.

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