Ruländer (Grauburgunder)

Herkunft: Nachweislich 1375 unter Karl IV. von Frankreich nach Ungarn (Plattensee) gelangt. Von General Lazerus von Schwendi 1568 nach Kämpfen in Tokaj in das Elsass und den Kaiserstuhl gebracht (daher Tokayer, obwohl dort unbekannt). Davon unabhängig erkannte 1711 Johann Seeger Ruland im seit 1689 verwilderten Garten des Assessors Seuffert vom Reichskammergericht in Speyer den großen Anbauwert dieser Sorte. Zuerst als „Speirer“ später Ruländer bezeichnet, gehörte er nach wenigen Jahren zu den vom Landesherrn gewünschten Qualitätssorten.

Kreuzung: Mutation des Spätburgunders

Merkmale: Triebspitze offen, stark wollig, weißlich-hellgrün. Blatt mittelgroß, kaum gebuchtet. Holz dünn, rotbraun.

Eigenschaften: Aufrechter Wuchs und geringe Anfälligkeit gegen Krankheiten und Frost, allerdings Gefahr durch Botrytis wegen dichtem Beerenstand. Bei günstigem Wetter sehr hohe Reifegrade möglich. Für ansprechende Weine sind gute Lagen notwendig, damit wenigstens 80° Oechsle erreicht werden.

Traube: Trauben je nach Reife grau- bis blaurot, mittelgroß, walzenförmig bis geschultert, sehr dichtbeerig. Beeren rund bis länglich, gedrückt, dünnhäutig. Geschmack saftig, würzig, wenig als Esstraube geeignet.

Wein: Unterschiedlichste Weine, die bei sehr früher Lese leicht und spritzig (Pinot grigio, Kabinett), bei großer Reife schwer, ölig mit sortentypischem Holzton (Grauer Burgunder) oder edelsüße Dessertweine (Auslese und höher, Ruländertyp) sein können. Er hat ein sortentypisches, volles Bukett. Die Weine sind nur dann ansprechend, wenn sie einen hohen Extrakt haben. Wenn in trockenen Jahren die Säure gering ist, können die Weine auch einmal etwas zu plump wirken.

Ansprüche an den Weinberg: Der Graue Burgunder liebt einen tiefgründigen, kräftigen Boden. Auszuschließen sind flachgründigen Felsböden sowie Kies- und Sandböden.

 

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