Merzling

Infoblatt WBI Freiburg

Herkunft/Kreuzung: Merzling ist eine 1960 neu gezüchtete pilzwiderstandsfähige Weißweinsorte. Der Merzling wurde 1960 von Johannes Zimmermann am Staatlichen Weinbauinstitut Freiburg aus Seyve-Villard 5276 x (Riesling x Ruländer) gekreuzt.

Merkmale: Der Wuchs ist voll aufrecht, sehr kräftig und erfolgt ohne stärkere Geiztriebbildung, woraus eine einfache Handhabung bezüglich der Laubarbeiten resultiert. Das Laub ist robust und kräftig. Bei dunkelgrüner Färbung sind die Blätter mittelgroß und fünflappig mit überlappender Stielbucht.   

Eigenschaften: Die Weissweinsorte verfügt über eine gute Pilzwiderstandsfähigkeit gegen den Echten und Falschen Mehltau sowie über eine gute Holzreife und Winterfrostfestigkeit. Keine Widerstandsfähigkeit gegen den Roten Brenner! Der Augenaustrieb erfolgt etwa zeitgleich mit dem Müller-Thurgau. Die Reifezeit ist früh und vergleichbar mit Müller-Thurgau, im Ertragsniveau liegt der Merzlig meist etwas höher. Die Erträge des Merzling sind zu dem wegen der besseren Frosthärte konstanter. 

Traube: Die Trauben sind groß und relativ kompakt. Die Beeren sind mittelgroß bis groß und dünnschalig. Sie nehmen in der Vollreife eine gelbgrüne Färbung an.

Wein: Die Weine sind fruchtig, stoffig und überwiegend neutral. Beim Anbau in besonders warmen Lagen und auf sehr fruchtbaren Böden können die Weine eine breite Art und einen störenden Ton entwickeln. Bei vergleichenden Weinproben erzielte der Merzling etwas schlechtere Ergebnisse als der Müller-Thurgau, schnitt jedoch minimal besser als der Silvaner ab.

Ansprüche an den Weinberg: Der Anbau in sehr warmen Lagen ist nicht zu empfehlen. Die Sorte ist sehr trockenheitsempfindlich, deshalb sollten sandige und leichte Böden vermieden werden. Aufgrund der frühen Reife und guten Frosthärte wird der Anbau vorallem in klimatischen Randzonen empfohlen.

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