Vintec-Behandlung - Ein neuer Service !  

Die Schäden duch die Pilzkrankheit Esca im Weinbau ziehen immer weitere Kreise.

Eine chemische Behandlung ist nicht möglich. Die Winzer müssen befallene Rebstöcke roden und nachpflanzen. Das biologische Präparat Vintec von Belchim soll der Zerstörung Einhalt gebieten, wirkt aber nur vorbeugend. 

Esca-Pilze - es handelt sich um rund 20 verschiedene Arten - dringen in das Xylem (Holz) der Rebe ein und blockieren die lebenswichtigen Leitungsbahnen der Pflanze für Wasser und Nährstoffe.
Oft ist der Befall schon latent vorhanden, aber äußerlich nicht erkennbar. Akut wird er, wenn für die Pflanze Stress hinzukommt, zum Beispiel Wassermangel in Trockenjahren wie 2018 und außerdem ein Jahr danach - also vermutlich 2019. Dann sterben viele befallene Rebstöcke unter Ausprägung markanter Blattsymptome (Tiegerflecken) in kurzer Zeit ab. Die verschiedenen Rebsorten sind unterschiedlich empfindlich für den Schadpilz, beispielsweise Burgundersorten sehr wenig, Riesling sehr stark.

 

Von Bauer Karl - Selbst fotografiert, CC BY 3.0 at, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=17364413

Hinter dem Produktnamen Vintec verbirgt sich ein Pilz wie Esca, aber ein nützlicher. Der wissenschaftliche Name Trichoderma Atroviride, Stamm SC 1, bezeichnet einen in freier Natur vorkommenden, oft in Symbiose mit der Rebe lebenden, biologischen Gegenspieler der Esca-Pilze. Vintec hat eine reguläre Zulassung bis 2032.
Der Schutzpilz Trichoderma wächst nach der Applikation von Vintec in das Holz des Rebstockes hinein und versperrrt dadurch den nachkommenden Esca-Pilzen den Weg. Die Anwendung hat, verglichen mit chemischen Präparate, einige Besonderheiten:

  • Die Wichtigste: Der Einsatz des Pilzes wirkt nur vorbeugend, keineswegs heilend! Das heißt: wenn ein Esca- Befall an einem Rebstock sichtbar wird, ist es zu spät. Auch Vintec kann hier nicht mehr helfen!  Konsequent und deshalb am erfolgversprechendsten ist eine Grundimmunisierung bereits bei uns in der Rebschule.
  • Der Weiteren reagiert Trichoderma empfindlich auf Fungizide. Die Geräte zur Applikation müssen also zuvor gründlich gereinigt werden.
  • Nachdem der Schutzpilz auf die Holzwunde gesprizt wurde, sollten im Weinberg zwei bis drei Tage Temperaturen über 10°C für eine optimale Besiedlung des Holzes herrschen. Haupanwendungszeitraum ist nach dem Rebschnitt - also Winter bis Frühjahr.
  • Da Esca vorallem über Wunden in den Rebstock eindringt, also nach jedem Rebschnitt eine offene Tür vorfindet, kann Vintec nur erfolgreich sein, wenn jedes Jahr alle Holzwunden gleich nach ihrem entstehen behandelt werden. Weitere Infos unter: www.belchim-agro.de/vintec

Auch wir als Rebschule beobachten, dass Esca sich in den Weinbergen immer weiter ausbreitet und die wirtschaftlichen Schäden gravierender sind, als bei anderen Pilzkrankheiten der Reben. Denn das Roden und Nachpflanzen ist enorm arbeits- und kostenintensiv. Seit dem Jahr 2016 haben wir, die Rebveredlung Kiefer & Sester begonnen, Versuche mit dem Einsatz von Vintec in unseren Ertragsreben, Unterlagsreben und in unserer Rebschule durchzuführen. Seit der Saison 2018/19 unterziehen wir größere Mengen unserer Propfrebenproduktion einer Tauchbehandlung in einer Vintec-Wasser-Suspension. Besonders bei den anfälligen Sorten wie Riesling, Traminer, Sauvignon blanc sowie gezielten Vorbestellungen unserer Kundinnen und Kunden. Die Behandlung von Unterlagen und Edelreisern schützt die Jungreben währen des ganzen Rebschulprozesses, vor der Pflanzung können diese auf Wunsch nochmals getaucht werden. Dabei nehmen die Pflanzen den Schutzpilz Trichoderma über ihre Wurzeln auf und der Pilz verbreitet sich systemisch im ganzen Gewebe bis zur Triebspitze.

Den Erfolg der jährlich wiederholten Vintec-Behandlung kann der Winzer erst nach zehn bis zwölf Jahren erkennen. So lange braucht Esca, um sich in einem Weinberg zu etablieren. Wenn Sie auf vintecbehandelte Propfreben Wert legen, sollten sie dies uns ein Jahr vorher mitteilen, damit wir entsprechend produzieren können. Für vintecbehandeltes Pflanzgut entsteht ein Mehrpreis von 0,15 bis 0,30 Euro je Pflanze.

Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung!

Ihr Rebveredlungsteam Kiefer & Sester

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