Nachruf: Trauer um Seniorchef Josef Kiefer  

 

In tiefer Trauer nehmen wir Abschied von unserem Gründer und Seniorchef

Josef Kiefer

Josef Kiefer hat den Rebveredlungsbetrieb zusammen mit seiner Ehefrau Meta gegründet und viele Jahre erfolgreich geleitet. Mit unermüdlichem Einsatz und großer Zielstrebigkeit hat er die Entwicklung der Rebveredlung und des Obstbaus vorangetrieben.

Gleichzeitig war er ein wertvoller Ratgeber für die Politik, wenn es sich um landwirtschaftliche Angelegenheiten handelte. Es war seine Leidenschaft sich politisch und ehrenamtlich in verschiedenen Bereichen zu engagieren.

Mit seinem Tod verlieren wir eine Persönlichkeit, der wir sehr viel verdanken. Durch seine menschliche Größe und sein fachliches Können wurde Josef Kiefer von allen sehr geachtet und geschätzt. 

Wir werden ihn stets in dankbarer Erinnerung behalten und möchten von seinem Leben erzählen:

Als Sohn des Bottenauer Bürgermeisters und Landwirts Anton Kiefer und dessen Frau Rosa erblickte Josef Kiefer am 26. Februar 1936 das Licht der Welt. Er wuchs auf dem Bottenauer Hof auf und engagierte sich schon in der badischen Landjugend als Kreisvorsitzender und Mitglied im Landesvorstand für die Landwirtschaft. Nach dem Besuch der Landwirtschaftsschule und der Bauernschule in Tiengen arbeitete er in der elterlichen Landwirtschaft.

Im Jahr 1965 trat Josef mit seiner Frau Meta, geboren Schwab, vor den Traualtar. Außerdem übernahm er von seinen Eltern den Hof und schaffte die Viehhaltung zugunsten des Obst- und Weinbaus ab.
Noch im selben Jahr begann Josef Kiefer als einer der Ersten in der Region mit der Rebveredlung und integrierte diese als festen Betriebszweig in den bestehenden Wein- und Obstbaubetrieb. Im ersten Jahr wurden 15.000 Pfropfreben von Hand per Zungenschnitt veredelt, welcher bald von den ersten Rebveredlungsmaschinen abgelöst wurde. Innerhalb weniger Jahre machte sich der Rebveredlungsbetrieb regional und international einen Namen durch den Verkauf von Pfropfreben zum Schutz der Reben gegen die Reblaus.

Neben den Pfropfreben produzierte Josef Kiefer zusammen mit seiner Frau Erdbeeren, Himbeeren und Johannisbeeren. Die Obstkulturen und die Rebschule wurden durch sehr mühsame Arbeit in Bottenauer Steillagen bewirtschaftet. Im Jahr 1985 entschied sich Josef Kiefer für eine Ausweitung der Rebveredlung und des Erdbeeranbaus. Als Folge dessen wurden die Rebschul- und Erdbeerfelder auf ebene Felder (Eichmatt in Nussbach) verlegt und die Steillagen mit Weinreben und Unterlagen-Muttergärten bepflanzt. 

Im Jahr 1992 erhielt Josef Kiefer das Bundesverdienstkreuz von Landwirtschaftsminister Gerhard Weiser für sein politisches und ehrenamtliches Engagement. Hintergrund war, dass Josef im Jahr 1969 den CDU-Agrarausschuss gründete, welcher als Sprachrohr der Landwirtschaft diente. Zahlreiche Impulse für die Landwirtschaftspolitik im Kreis, im Land und in Bonn gingen auf Josef Kiefer zurück. Er setzte sich vor allem für integrierten Obstbau, naturnahe Produktion, aber auch für die Erhaltung des Branntweinmonopols und der Kulturlandschaft mit Streuobstwiesen ein. Insgesamt war Josef Kiefer 25 Jahre Mitglied des CDU-Agrarausschuss und des Kreistages.

Um die Betriebsnachfolge zu sichern, holte Josef Kiefer den gelernten Obstbaumeister Ralf Sester 1997 in das Unternehmen. Zwei Jahre später wurde die Kiefer & Sester GbR (Meta & Josef Kiefer, Ralf & Simone Sester) gegründet. Im Jahr 2007 übergaben Josef und Meta Kiefer den Betrieb an Ralf und Simone Sester, welche ihn seitdem mit viel Leidenschaft & Sorgfältigkeit weiter fortführen.

Bis ins hohe Alter lebte Josef Kiefer mit seiner Frau Meta Kiefer auf dem Betrieb in Bottenau, wo er weiterhin tatkräftig unterstützte. Das Bild ist entstanden während dem Rebensortieren und zeigt Josef Kiefer mit einem Bündel Pfropfreben in den Händen. Den Spaß und die Interesse an der Arbeit in der Rebveredlung hat er bis zuletzt nie verloren. 

 

In ehrendem Gedenken

Rebschule Kiefer & Sester

Familie Sester mit Team